Satellitendaten deuten auf Drosselung der Kupferproduktion in China

von Angelika Albrecht

Nach Information der Commerzbank kommen diesen Woche Datenschwergewichte aus China, die von Interesse für die Industriemetallmärkte sein könnten. Nachdem schon die Inflationsdaten für den Monat März enttäuscht und Hoffnungen auf eine nachhaltigere Nachfrageerholung nach den Neujahrsfeierlichkeiten gedämpft haben, droht nun auch Gegenwind von den BIP-Daten für das erste Quartal. Denn die Rohstoff-Experten sehen gute Chancen, dass das Wirtschaftswachstum hinter den Erwartungen (der von Bloomberg befragten Analysten) zurückbleibt, was den Industriemetallpreisen Wind aus den Segeln nehmen könnte.

Die chinesischen Industrieproduktionsdaten sind wie immer ein zweischneidiges Schwert. Die Verbesserung des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe lässt auf eine anhaltend robuste Dynamik bei der Metallproduktion im wichtigsten Produzentenland hoffen, was Druck auf die Preise ausüben könnte. Allerdings gibt es auch zunehmend Anzeichen dafür, dass die Überkapazitäten in der Metallproduktion die Margen der Unternehmen belasten, was wiederum für eine Drosselung der Produktion sprechen würde.

Laut dem Unternehmen Savant, welches Satellitenbilder auswertet, sollen etwa 8,5% der chinesischen Kupferschmelzen im ersten Quartal inaktiv geblieben sein, was einer Verdopplung der Rate im Vergleich zum Vorjahr entsprechen würde. Dabei hat sich die Dynamik über das Quartal zudem erhöht, so lag die Rate der Inaktivität im März bei 13%. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Top-Schmelzen tatsächlich der vorgeschlagenen Produktionsdrosselung in Höhe von 5-10% des Verbands für Nicht-Eisenmetalle folgen. Ob sich dies bereits in einer deutlich schwächeren Metallproduktion im März niederschlägt, ist aber keinesfalls sicher. Zumindest die Daten für Januar und Februar fielen laut dem Statistikamt noch recht robust aus.


Quelle: Commerzbank AG / Commerzbank Commodity Research / Vorschaubild: Fotolia

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