Neu umgerüsteten Tunnelofen im Werk Mainzlar gezündet

von Hubert Hunscheidt

Der 150 Meter lange Ofen erzeugt Temperaturen von bis zu 1720° Celsius und stellt das Herzstück der Feuerfestproduktion dar. In dem Ofen werden neben Magnesitprodukten, die hauptsächlich für die globale Glasindustrie hergestellt werden, zukünftig auch dolomitische Produkte für die Stahl-, Edelstahl-, und Zementindustrie hergestellt.

Nach sieben Monaten umfangreicher Tests und Umrüstungsmaßnahmen kann künftig mit dem frisch umgebauten Tunnelofen im Werk Mainzlar, neben den traditionellen Magnesit-Feuerfeststeinen, eine komplett neue Produktlinie – nämlich dolomitische Feuerfeststeine – gefertigt werden. Damit erschließt das Unternehmen neue Kundenschichten in Europa und kann flexibel auf Nachfragen reagieren. Diese Neuausrichtung des Werkes ist einzigartig in der über 100 Jahre alten Geschichte der „Schamott“.

Nach der Anfeuerung wird der Tunnelofen die nächsten zwei Jahrzehnte ununterbrochen laufen und mit seiner Leistungsfähigkeit bis zu 50.000 Tonnen Dolomit- oder Magnesitsteine pro Jahr brennen. Sobald die finalen Genehmigungen vorliegen, kann der Tunnelofen rasch und flexibel neben Magnesit- auch Dolomitprodukte herstellen, die anschließend in der gesamten europäischen Schwerindustrie zum Einsatz kommen. Der neu befeuerte Ofen markiert damit einen Meilenstein in der Diversifizierung des Produkt-Portfolios und der strategischen Neuausrichtung des Werkes Mainzlar.

Investition von 320.000 Euro

Von den insgesamt 11,2 Millionen Euro, die RHI Magnesita in den Standort investiert, gingen 320.000 Euro in die Umrüstung des Tunnelofens. Neben dem Umbau des Ofens, geht mit der Investition eine umfassende Modernisierung der Anlagen im Traditionswerk einher und schafft den Transport der Güter weg von der Straße auf die Schiene – ein maßgeblicher Schritt in Sachen Nachhaltigkeit.

„Die strategische Nähe des Werkes zu vielen europäischen Schlüsselkunden ist der klare Wettbewerbsvorteil von Mainzlar. Mit dem neuen Produktportfolio sind wir in der Lage auf kurzem Wege nachhaltig alle europäischen Industrien zu beliefern. Wir erweitern das Angebot und machen uns unabhängiger von globalen Lieferketten.“, so Constantin Beelitz, President Europe, CIS & Turkey, RHI Magnesita.

„Die Investition in diesen Standort ist wegweisend. Mit dem jetzt wieder in Betrieb genommenen Tunnelofen in Mainzlar sind wir europaweit optimal aufgestellt, um in Zukunft noch flexibler auf Kundennachfragen reagieren zu können und unsere Produktionskapazität zu steigern“, resümiert Tim Steenvoorden, Vorstand RHI Magnesita Deutschland AG.

Die Investitionssumme unterstreicht die strategische Bedeutung des Werks, das in der Region für viele Arbeitsplätze sorgt. „Das Werk in Mainzlar war seit Jahrzehnten ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und ein wichtiger Zulieferer für die europäische Glasindustrie. Nun sind wir in der Lage flexibel auch für andere Industrien Feuerfeststeine zu produzieren. Das sichert den Standort und die Arbeitsplätze langfristig ab“, ist sich Michael Schneider, der nunmehr vom Produktionsleiter zum Werksleiter aufgestiegen ist, sicher.

Feierliche Inbetriebnahme

Zur Anfeuerung des Tunnelofens waren zahlreiche Festgäste – wie Staatssekretär Jens Deutschendorf, Landrätin Anita Schneider, sowie Peter Gefeller, amtierender Bürgermeister der Gemeinde Staufenberg – vor Ort. Jens Deutschendorf feuerte gemeinsam mit Werksleiter Michael Schneider sowie Landrätin Anita Schneider im Rahmen einer Zeremonie den Ofen feierlich an.

Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf ist sich sicher: „Der Standort in Mainzlar erlebt eine beeindruckende Renaissance. Auch durch die Reaktivierung des Bahnabschnittes Mainzlar-Lollar kann das Werk einer guten ökologischen und ökonomischen Zukunft entgegenblicken. Im großen Ganzen betrachtet dient der Güterverkehr auf dem Abschnitt bis Mainzlar auch der Reaktivierung der Lumdatalbahn im Personennahverkehr, kann dieser doch den Nutzen und damit deren Realisierungschancen erhöhen.“

Landrätin Anita Schneider unterstreicht die Bedeutung von RHI Magnesita für die Region: „Es freut mich sehr, dass so massiv in den Standort Mainzlar investiert wird. Das Werk stärkt den Wirtschaftsstandort Staufenberg und damit auch den Wirtschaftsstandort Landkreis Gießen. RHI Magnesita übernimmt Verantwortung als Arbeitgeber durch die Wahrung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie durch zusätzliche Investitionen, die auch einen nachhaltigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Die Reaktivierung des Güterschienenverkehrs ist einer dieser für unsere Region so wertvollen Beiträge.“

Quelle und Fotos: RHI Magnesita GmbH

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