Autor: von Dagmar Dieterle

04.05.2018

Industrielle Daten für die Prozessverbesserung und die Vorhersagen nutzen

Die Fero-Plattform bietet hochmoderne "Machine Learning"-Lösungen für industrielle Anwendungen. Die Lösungen sind dabei KPI-gesteuert und können evaluiert werden.

 

marketSTEEL: Maschinelles Lernen ist in aller Munde. Was verstehe Sie darunter und wie wird die industrielle Produktivität durch Fero Labs unterstützt?

Moderne Fabriken wandeln sich in Sensornetzwerke. Dieser Trend beschleunigt sich, da immer mehr Fabriken beginnen, alle ihre Daten zu speichern. Herkömmliche Tools zur Prozessverbesserung wie SixSigma eignen sich hervorragend für sorgfältig konzipierte Prozessverbesserungsprojekte. Die Technologien, auf die sich SixSigma stützt, ist jedoch älter als das Internet selbst. Sie waren einfach nicht darauf ausgelegt, die großen Mengen an komplexen Daten, die in modernen Fabriken anfallen, vollständig auszuwerten oder sich automatisch an veränderte Produktionsbedingungen anzupassen.

Die allgemeine Antwort auf dieses Problem ist die Verwendung von Machine Learning (ML), einer Reihe von fortgeschrittenen statistischen Methoden, die im Technologiesektor weit verbreitet sind. Aber auch "von der Stange" ML ist für die Anforderungen der industriellen Welt nicht geeignet. Die meisten ML-Modelle sind für die Vorhersage mit hoher Genauigkeit unter Verwendung von Black-Box-Modellen ausgelegt. Die Vorhersagegenauigkeit ist wichtig, aber die Fabriken kümmern sich besonders auch um die Ursachen (White-Box) und das Vertrauen in die Vorhersagen.

 

marketSTEEL: Wie gehen Sie mit diesen Punkten bei Fero Labs um?

Die praxistaugliche Software von Fero Labs wurde speziell für die Anforderungen der modernen Industrie entwickelt. Als wir 2015 unseren Einsatz in Fabriken begannen, erkannten wir schnell die große Chance, industrielle Daten für die Prozessverbesserung zu nutzen. Seitdem unterstützen wir Kunden aus der Metall-, Automobil-, Chemie-, Öl- und Gasindustrie bei der Verbesserung der Produktionsqualität, der Vermeidung von Maschinenstillständen, der Erhöhung der Sicherheit und der Prognose von KPIs anhand ihrer Daten.

Unsere intuitive Software ermöglicht es Industrieanwendern ohne vorherige Informatikausbildung, KPIs zu verbessern und die Ursachen von Problemen mit Hilfe modernster ML-Techniken aufzudecken. Fero liefert nicht nur genaue Vorhersagen, sondern erklärt auch die Gründe für seine Vorhersagen. Mit unseren "White Box"-Modellen finden Anwender die Ursachen von Problemen, die in ihren Daten verborgen sind; dies ist ein kritisches Merkmal, das oft von "Black Box"-Ansätzen übersehen wird, wie z.B. Deep-Learning-Modelle. Zusätzlich gibt unsere Technologie Konfidenzintervalle mit jeder Vorhersage aus, sodass Anwender wissen, wann sie unseren Vorhersagen vertrauen können. So unterstützen wir unsere Industriekunden mit sicheren und aussagekräftigen Entscheidungsgrundlagen.

 

marketSTEEL: Welche konkreten Vorteile hat der Kunde

Anwender unserer Software erhalten bereits in den ersten Monaten direkte Vorteile für ihr Unternehmen:

  • Bei einem unserer Kunden, einem Stahlwerk, wird erwartet, dass er seinen Umsatz um 3,6 Mio. $ steigern wird. Dies ist dank der Fero-Software möglich, die eine wichtige Qualitätskennzahl mit einer Genauigkeit von 90% voraussagt, eine Verbesserung von 50% im Vergleich zu bestehenden SixSigma-Methoden. Die Steigerung der Qualität und die Reduzierung der Ausschussrate durch eine umfassende Analyse der Daten aus dem Stahlwerk waren ausschlaggebend für die Maximierung des Produktionsdurchsatzes. Jetzt sind sie in der Lage, den Legierungsverbrauch zu minimieren und gleichzeitig eine zufriedenstellende Qualitätskennzahl beizubehalten.
  • In einer Öl- und Gasraffinerie erbrachte ein SixSigma-Projekt eine Genauigkeit von 43% für einen wichtigen Produktions-KPI; eine solche geringe Genauigkeit machte diese Analyse praktisch unbrauchbar. Unsere Software erhöhte die Prognosegenauigkeit auf 91%, was es unserem Kunden ermöglichte, Wartungsaufgaben zuverlässig zu planen und ihren Prozessfluss zu optimieren und so eine erwartete Umsatzsteigerung von 4,1 Mio. USD/Jahr zu erreichen.

 

marketSTEEL: Fero Labs wurde in USA gegründet. Wer sind die Gründer und warum jetzt ein Standbein in Deutschland?

Fero Labs verfügt über ein breites Kompetenzspektrum im Kernteam. Wir haben preisgekrönte Doktoranden in den Bereichen Machine Learning und Industrie 4.0. Branchenexperten, die jahrelange Erfahrung mitbringen und für GE und Siemens arbeiteten sind im Team. Auch Software-Engineering und Big Data-Experten von Google sind bei uns im Unternehmen.

Fero Labs begann vor drei Jahren in Berlin in einem Accelerator, so dass wir von Anfang an unsere Wurzeln in Deutschland haben. Wir zogen dann nach New York, wo wir mehr Kontakte hatten, aber eine Verbindung mit Deutschland aufrechterhielten.

Wir glauben, dass Deutschland mit seiner fortschrittlichen Produktions- und Innovationskultur der logische erste Schritt in unserer globalen Expansion ist. Die Fero Labs-Software erhält bereits große Anerkennung bei den deutschen Marktführern in der Automobil-, Chemie- und Metallindustrie. Wir wollen ihnen nahe sein, um sie besser betreuen zu können und natürlich auch unsere Präsenz in diesem spannenden Markt erhöhen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter Fero Labs