Autor: von Dagmar Dieterle

22.01.2020

In Shenzhen, dem chinesischen Silicon Valley, ist der schlafende Drachen hellwach

Weltstadt Shenzhen

Wir Deutsche kennen Peking und auch Shanghai. Aber Hand auf Herz, kennen Sie Shenzhen?

In Shenzhen und dem umliegenden Flussdelta sind mehr als 40 % aller internationalen Patentanmeldungen Chinas. Hier sitzen die großen chinesischen Unternehmen wie Huawei und Tencent. Doch wer ist Tencent? Dieser Weltkonzern ist mittlerweile das wertvollste Unternehmen Asiens und hat längs Toyota, Samsung oder Sony überholt.

Tencent betreibt Wechat, das größte soziale Netzwerk der Welt sowie auch der größte Anbieter für Mobile Payment, großer Anbieter für Videospiele, E-Commerce, Virtual Reality, Fintech, künstlicher Intelligenz, Cloud Services und vieles mehr.

„Made in China 2025“

Der Zentralregierung in Peking passt das Shenzhen-Delta perfekt ins Bild. Denn unter dem Strategieplan „Made in China 2025“ sollen Hochtechnologien in China aktiv vorangetrieben werden. Die definierten Bereiche umfassen auch die herstellende Industrie einschließlich Robotik- und Smart Manufacturing Technologien, aber auch Schienentechnik und neue Werkstoffe.

In diesen Bereichen will China bis 2050 zu einer industriellen Supermacht werden. „Made in China 2025“ ist damit nicht nur eine Hommage an die deutsche „Industrie 4.0“, sondern auch eine direkte Herausforderung an „Made in Germany“. Erreicht werden soll die Technologie-Führerschaft durch die für chinesische Wirtschaftsplanung typische Top-Down Förderung der heimischen Industrie und der Schaffung von „Leuchttürmen“.

Der „schlafende Drache“, als welcher China einst bekannt war, ist längst hellwach und spannt seine Flügel aus. Man kann ihn bewundern oder mit Argwohn betrachten. Doch eines ist sicher: Ignorieren kann man ihn nicht!

 

Dagmar Dieterle-Witte, Editor marketSTEEL

Foto: marketSTEEL