Autor: von Dagmar Dieterle

19.04.2018

Wir schaffen echte Mehrwerte für unsere Kunden

Interview mit Sven Koepchen, Vorsitzender der GeschäftsführungKlöckner & Co Deutschland GmbH

 

marketSTEEL: Wie präsentiert sich Klöckner & Co auf der diesjährigen Tube in Düsseldorf?

Die Klöckner & Co Deutschland GmbH präsentiert sich erstmalig gemeinsam mit den Klöckner-Landesgesellschaften aus den Niederlanden und Belgien. Ein Themenschwerpunkt sind unsere digitalen Tools, wie Onlineshops und Kontraktportale, die die Zusammenarbeit für Kunden mit uns besonders komfortabel gestalten. Ein weiterer Fokus liegt auf dem stetig wachsenden Angebot an höherwertigen Anarbeitungsdienstleistungen von Klöckner.  Mit beiden Themen schaffen wir echte Mehrwerte für unsere Kunden. Daher heißt unsere neue Employer Branding Kampagne, die wir ebenfalls erstmalig auf der Tube vorstellen, „Mission Mehrwertmacher“. 

 

marketSTEEL: Anfang dieses Jahres hat Klöckner eine Marktplatzfunktion in seinem Onlineshop eingerichtet. Was ist das Ziel dahinter und wie wird der Marktplatz von den Kunden bisher angenommen?

Das Ziel hinter der Marktplatzfunktion ist es, unseren Kunden ein möglichst breites Produktportfolio anzubieten. Daher können Anbieter komplementärer Produkte seit Anfang des Jahres über unseren Onlineshop verkaufen. Das kommt bei unseren Kunden sehr gut an, so dass wir die Zahl der Anbieter im weiteren Jahresverlauf deutlich steigern werden. In Frage kommt alles, was für unsere Kunden interessant ist – und das sind nicht nur Stahl- und Metallprodukte.

 

marketSTEEL: Klöckner ist kürzlich mit der ersten Version einer offenen Industrieplattform online gegangen. Wie grenzt sich „XOM Metals“ zu den Onlineshops mit Marktplatzfunktion ab?

Der wesentliche Unterschied ist, dass XOM auch für direkte Wettbewerber von uns offen ist. Es ist richtig, dass XOM durch Klöckner & Co ins Leben gerufen wurde, jedoch verlangt das Bundeskartellamt eine strikte organisatorische Trennung. So wurde sichergestellt, dass Klöckner & Co keinen Zugriff auf die wettbewerbssensitiven Daten der Plattformteilnehmer hat. Mittelfristig wird Klöckner & Co durch den Einbezug weiterer Investoren nur noch einen Minderheitenanteil an XOM halten und damit die vollkommene Unabhängigkeit der Plattform weiter untermauern.

 

marketSTEEL: Welche Vorteile bietet die Industrieplattform Distributoren?

Die Klöckner Deutschland GmbH ist bei XOM seit Anfang an dabei, weil wir uns durch die Teilnahme einen weiteren Online-Vertriebskanal erschlossen haben. Dabei profitieren wir auch von den hohen Zugriffsraten auf die Plattform, die andere Teilnehmer wie Outokumpu oder Becker Stahl-Service erzeugen und umgekehrt. Vor dem direkten Wettbewerb fürchten wir uns nicht, schließlich verfügen wir über ein attraktives Produktportfolio und können wettbewerbsfähige Konditionen anbieten.

 

marketSTEEL: Es stehen immer noch US-Importzölle auf Stahl und Aluminium zur Debatte. Inwiefern wäre Klöckner von einer Ausweitung des Stahl-Handelskonflikts betroffen?

Das ist in erster Linie natürlich ein Thema für meine US-Kollegen. Die sehen die Entwicklung allerdings recht gelassen. So bezieht Klöckner & Co den Stahl in den USA weitestgehend von inländischen Produzenten. Für unsere US-Kunden erhöhen sich durch steigende Stahlpreise die Materialkosten, was zu Wettbewerbsnachteilen im internationalen Handel führen könnte. Diesen Effekt würde ich aber nicht überbewerten, da Stahl häufig nur einen geringen Anteil an den gesamten Produktionskosten unserer Kunden hat. Zudem gilt es zu vermeiden, dass subventionierter Billigstahl, der zukünftig nicht mehr in die USA exportiert werden kann, verstärkt auf den europäischen Markt schwappt. Hier ist die Politik gefordert.

 

Mehr Informationen unter:

https://xom-metals.com/marketplace/

https://shop.kloeckner.de/

Foto: Klöckner & Co Deutschland GmbH