Autor: von Alfons Woelfing

02.07.2018

Vernetztes Rohrbiegen schafft Zeitvorsprung im Schiffbau

Zur wirkungsvolleren Planung von Kapazitäten und Prozessen sind digitale Lösungen im internationalen Schiffbau und Offshore-Bereich gefragt. Dafür verbindet der Hightech-Maschinenbauer Transfluid seine Biegetechnologien für große Rohrdurchmesser mit praxisorientierter Online-Vernetzung. So berechnet etwa die Software ‚t project' für das Biegen am geraden Rohr mit angeschweißten Flanschen vorab die exakte Orientierung dieser Flanschen. Mobile Messsysteme ermitteln digitale Daten vor Ort, z.B. um Passrohre exakt zu vermessen. Darüber hinaus sorgt Transfluid mit der rollierenden Umformmaschine ‚t form UMR' für die Option von Endformprozessen. So können beispielsweise Bördelflanschen wirtschaftlich angeformt und anschließend gebogen werden.
 
Rohrdurchmesser bis 400 mm schneller biegen
 
„Zeit- und Kostenersparnis sind Faktoren, die wir für die Branche gerade bei der Rohrbearbeitung möglich machen", erläutert Stefanie Flaeper, Geschäftsführerin bei der Transfluid Maschinenbau GmbH. „Das Anschweißen von Bögen an Großrohre haben deshalb unsere ‚t bend'-CNC-Dornbiegemachinen längst abgelöst, weil sie die Fertigungskosten senken." Zusätzlich sparen die Biegeanlagen um bis zu 60 % Zeit bei der Fertigung von Rohren mit bis zu 400 mm Durchmesser. Hierbei spielt auch das schnelle Rüsten der Maschinen, teilweise unter 10 Minuten, eine entscheidende Rolle. Mit einer vollautomatischen CNC-Steuerung ausgestattet, bearbeiten die Transfluid-Anlagen dick- und dünnwandige Rohre in allen Materialien sogar mit Radien von 1,5x Rohrdurchmesser oder größer. Diese engen Biegeradien werden bei minimalen Wandstärkenverschwächungen souverän umgesetzt. So kann auch im Schiff ein räumlicher Vorteil realisiert werden.
 
Beflanschte Rohre besser per Software biegen
 
Wenn Flanschen bereits vor dem Biegeprozess am geraden Rohr angeschweißt sind, ist die Bearbeitung eines Rohrverlaufs um ein Vielfaches einfacher und kostengünstiger realisierbar, weil der Schweißprozess erheblich schneller ist. Über die innerbetriebliche Verbindung zu CAD-Programmen kann die Biegesoftware 't project' die Isometrien unmittelbar verarbeiten. Flansche können aus einer Datenbank ausgewählt und in der Isometrie auch biegetechnisch eingebunden werden. „Mit dem orientierten Biegen des beflanschten Rohres erweitert unsere Lösung die Flexibilität bei der Fertigung. Abläufe werden so deutlich einfacher", so Stefanie Flaeper.
 
‚t project' beim mobilen Einsatz an Bord
 
Mehr Freiheit im Praxiseinsatz vor Ort schafft die mobile Tablet-Version der Software, 't project Draft'. Auch eine mobile Datenerfassung über ein sehr leichtes, transportables Messsystem ist möglich. Damit können Daten, beispielsweise von Passrohren, ermittelt werden – sowohl die Verlaufsgeometrie als auch die Flanschen und die Flanschstellung. Insbesondere hierbei ergibt sich eine erhebliche Zeitersparnis. Ein Messvorgang an Bord beschränkt sich selbst bei komplexen Rohren mit Flanschen auf wenige Minuten. Sämtliche Daten sind so digital erfasst, dokumentiert und Daten stehen per Online-Übermittlung in der Konstruktion und an der Biegemaschine zur Verfügung. Nachdem das Rohrteil gefertigt ist, kann es noch einmal vermessen werden, um eine zuverlässige Installation sicherzustellen. Ein weiterer Zeitvorteil: Während Rohre mit den bereits ermittelten Messdaten bearbeitet werden, kann parallel an Bord weiter vermessen werden.
 
Effektive Endenumformung
 
Ein starkes Verfahren für die Rohrbearbeitung im Schiffbau ist ebenfalls die Endenumformung, beispielsweise das Anformen von Bördelflanschen an Rohre. Mit der rollierenden Maschine ‚t form' UMR lassen sich Umformungen bis 325 mm Rohrdurchmesser realisieren. Nahezu werkzeugunabhängig arbeitet sie mit einem gesteuerten Umformkegel, der frei programmierbar im Einsatz ist. Eine weitere interessante umformtechnische Alternative ist das zylindrische Aufweiten von Rohrenden, um zwei Rohre zu verbinden. Dafür bietet Transfluid seine Lösungen für Rohre bis zur Nennweite 250. Das sonst im Schiffbau übliche Schweißen mit zwei Nähten an jeder Verbindungsmuffe bei großen Nennweiten erübrigt sich damit.
 
Auf der maritimen Leitmesse SMM 2018 vom 4. bis 7. September 2018 wird transfluid vor Ort sein und seine Hightech-Lösungen für die Rohrbearbeitung im Schiffbau in Halle B2.EG am Stand 324 präsentieren.
 
Quelle und Fotos: transfluid®Maschinenbau GmbH