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Autor: von Alexander Kirschbaum

01.09.2017

thyssenkrupp eröffnet TechCenter Additive Manufacturing

Im neu eröffneten TechCenter Additive Manufacturing in Mülheim an der Ruhr industrialisiert thyssenkrupp den 3D-Druck von Metallen und Kunststoffen. Der gesamte Planungs- und Herstellungsprozess verläuft digital. Durch die bereits vorhandenen Erfahrungen und Forschungspartnerschaften will das Unternehmen das Potenzial des 3D-Drucks kundennah nutzen. Besonders die Schlüsselmärkte Maschinen- und Anlagenbau, Luftfahrt, Marine und Automobil sollen von dieser Technologie profitieren. „Additive Manufacturing ist ein weiterer Schritt in der digitalen Transformation unseres Konzerns und ein Baustein unserer Innovationsstrategie“, sagte Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG, bei der Eröffnung des Centers.

In einer Produktionshalle auf dem Gelände der Lenkungsfertigung von thyssenkrupp arbeitet ein kleines, agiles Team zunächst mit jeweils einem Drucker für Metalle und Kunststoffe. Beide Geräte verarbeiten pulverförmige Grundwerkstoffe nach dem Selective Laser Melting- beziehungsweise Sintering-Verfahren und bauen dabei schichtweise Bauteile auf. Als Bauplan ist nur eine CAD-Datei nötig, das Produkt kann dann direkt aus den digitalen Daten, ohne Medienbrüche, fertiggestellt werden. Der herkömmliche Prozessschritt des Werkzeug- oder Formenbaus entfällt. „Erstmals ist es möglich, dass wir uns ganz auf die Konstruktion als solche fokussieren ohne die Grenzen der herkömmlichen Fertigungsverfahren berücksichtigen zu müssen – das schafft ganz neues Innovationspotenzial“, erklärt Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef der thyssenkrupp AG.

Additive Manufacturing als Gemeinschaftsaufgabe

Im neuen TechCenter werden Produkte und Technologien weiterentwickelt, Kompetenzen noch stärker verknüpft und der Schwerpunkt bewusst auf Projekte mit Industrialisierungspotenzial gelegt. In den kommenden drei Jahren verantwortet die zentrale Entwicklungsabteilung des Konzerns das TechCenter, bevor es dann unter dem Dach der Business Area Materials Services weitergeht. „Wir wissen genau, welche Werkstoffe für welches Produkt optimal sind, und haben die Erfahrung im Bereich Logistik- und Projektmanagement, um das TechCenter schnell voranzubringen. Durch unseren breiten Kundenstamm haben wir zudem genau im Blick, für wen die 3D-Druck-Technologie Vorteile bietet“, sagte Hans-Josef Hoß, Vorstandsmitglied von thyssenkrupp Materials Services, bei der Einweihung des Centers.

Quelle und Vorschau-Foto: thyssenkrupp