Autor: von Alexander Kirschbaum

13.03.2018

Stahlkonferenz im Saarland

Rund 130 Mitarbeiter, Führungskräfte und Betriebsräte von Dillinger, Saarstahl und Arcelor Mittal haben sich am Montag zu einer grenzüberschreitenden Stahlkonferenz in Dillingen getroffen. Eingeladen zu diesem Meinungsaustausch hatten die Europäische Kommission und die saarländische Landesregierung.

Es entwickelte sich eine intensive Diskussion mit dem Ersten Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, und Ministerpräsident Tobias Hans, insbesondere zum CO²-Emissionshandel und zu den aktuellen Strafzoll-Androhungen aus den USA. „Die saarländische Stahlindustrie stellt Qualitätsstahl her und handelt weltweit mit diesem. Wir halten uns bei den Exporten ‎an die internationalen Regeln, da gibt es keine gedumpten Produkte“, sagte Fred Metzken, Finanzvorstand und Sprecher des Vorstands von Dillinger und Saarstahl. „Und genauso wie auch wir nur dann Maßnahmen der EU beanspruchen, wenn Billigstahl in unser Land bzw. in die EU importiert werden soll, genauso fordern wir von den USA, diese Grundvoraussetzung für globalen, freien Handel zu respektieren.“

Besondere Sorge bereite der saarländischen Stahlindustrie die möglichen Umleitungseffekte auf den europäischen Markt im Zuge der neuen 232-Maßnahmen. „Ich erwarte von der EU und von der WTO, dass sie vor diesem Hintergrund Druck auf unseren langjährigen Partner USA ausüben", so Metzken.

Diskutiert wurde auch der CO²-Emmissionshandel. Die zusätzlichen Kosten, die europäische Stahlhersteller ab 2021 zu tragen haben, könnten nicht an Kunden weitergeben werden. „Dadurch fehlt uns natürlich an anderer Stelle das Geld, vor allem für Investitionen. Fairness beim globalen Handel und Fairness beim globalen Klimaschutz, das sollte die Botschaft sein, die Herr Vizepräsident Timmermans für uns Unternehmen nach Brüssel mitnimmt“, forderte Metzken abschließend. 

Quelle: Saarstahl  Vorschau-Foto: Fotolia