Autor: von Alfons Woelfing

10.07.2018

Leichte Erholung bei den Industriemetallen

Sorgte noch zu Beginn der vergangenen Woche die Nervosität der Anleger vor einem Handelskrieg für fallende Metallpreise, zeichnet sich zu Beginn der neuen Woche eine Erholung ab. Unterstützt von festen asiatischen Aktienmärkten steigt Kupfer heute Morgen um über 2% auf gut 6.400 USD je Tonne. Aluminium verteuert sich auf 2.100 USD und Nickel erobert wieder die Marke von 14.000 USD zurück. Man könnte fast meinen, dass die Unsicherheit aus dem Markt gewichen ist, nachdem letzten Freitag möglicherweise der Startschuss zu einem Handelskrieg zwischen den USA und China abgegeben wurde. Anscheinend handeln die Marktteilnehmer aktuell getreu nach dem etwas abgewandelten Motto „sell the rumour, buy the fact".

Dass dies jedoch der Beginn einer Trendwende bei den Metallpreisen ist, gilt eher als unwahrscheinlich. Denn der Handelskonflikt könnte sich noch deutlich hochschaukeln. So hat zumindest US-Präsident Trump gedroht, quasi alle Importe aus China mit Strafzöllen zu belegen, sollte die chinesische Regierung nicht nachgeben. Ebenso steht auch noch die Drohung im Raum, Zölle auf Autos und Autoteile aus der EU einzuführen. Die Risiken bestehen also unseres Erachtens weiter, auch wenn sie aktuell etwas in den Hintergrund getreten sind. In der chinesischen Handelsstatistik für Juni, die Ende der Woche veröffentlicht wird, wird wohl noch nichts vom Handelskonflikt zu sehen sein. Von den US-Importzöllen auf Stahl und Aluminium, die seit Ende März gelten, hat sich China bislang nicht beeindrucken lassen.

Quelle: Commerzbank AG / Foto: marketSTEEL