Autor: von Alexander Kirschbaum

13.04.2018

Dillinger nimmt Weltneuheit in Betrieb

Dillinger hat am Donnerstag in seinem Walzwerk mit der so genannten „Eddy Current“-Prüfanlage eine Weltneuheit in Betrieb genommen. Mit der Anlage kann die Oberfläche von Grobblechen zukünftig per Wirbelstromprüfung auf lokale Oberflächenaufhärtungen – so genannte „Hard Spots“ – automatisch untersucht werden.

Diese Technik wurde von Dillinger entwickelt, um den neuen Anfor­derungen von Öl- und Gasgesellschaften, solche „Hard Spots“ an Blechen für spezielle Pipelines zu finden und entfernen zu können, nachzukommen. Dabei geht es um Leitungen, die ein extrem korrosives Medium (so genanntes Sauergas) transportieren. Da es sich bei Blechen für diese Pipelines um ein wichtiges Produkt für Dillinger handelt, wurden Dillinger Bleche in einer Entwicklungsphase zunächst mit dem Handwagen auf das Vorhandensein von „Hard Spots“ überprüft.

Die neue Anlage ist nach Angaben von Dillinger voll in den Produktionsfluss integriert und bedeutet eine deutliche Verbesserung zur bisherigen Methode der Untersuchung per Handwagen: Zum einen entstehen so bei der Produktion keine zusätzlichen Wartezeiten für die Prüfung, zum anderen ist das Test­ergebnis durch weiterentwickelte Prüfköpfe noch genauer geworden und eine exakte Dokumentation der Prüfung, die beide Oberflächen der Bleche gleichzeitig prüft, möglich.

Dillinger führt neue Marke ein

Das Verfahren detektiert diese Aufhärtungen und da diese eine Dicke von nur wenigen Zehntel Millimetern haben, können sie durch leichtes Schleifen entfernt werden. Somit stellt die neue Eddy-Current-Anlage die Auslieferung von Blechen sicher, die zu 100 % auf das Nichtvorhandensein von „Hard Spots“ getestet sind. Diese Technik wird laut Dillinger zur Zeit von den großen Öl- und Gas­gesell­schaften validiert. Ziel von Dillinger sei es, diese Technik auch als Standardverfahren in die Normen einfließen zu lassen.

Alle mit diesem Verfahren geprüften Dillinger-Bleche vertriebt das Unternehmen mit der zusätzlichen Marke „D-TECT“. Dieser Name steht für Dillinger – Totally Eddy Current Tested (Vollständig Eddy Current getestet).

Quelle: Dillinger  Artikelfoto: Eddy Current Prüfanlage (Foto: Dillinger)

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