Zurück

Autor: von Alexander Kirschbaum

14.07.2017

Deutsch-Französischer Ministerrat in Paris

Am heutigen Freitag findet der 19. Deutsch-Französische Ministerrat in Paris statt. Nach der Wahl von Staatspräsident Emmanuel Macron hat das traditionelle Treffen der beiden Kabinette in diesem Jahr besonderes Gewicht. Die französische Regierung fordert weitere Reformen in der EU und möchte dabei mit Deutschland eng zusammenarbeiten.

Frankreich war 2016 die weltweit sechstgrößte Volkswirtschaft und stand in Europa an dritter Stelle. Die Wertschöpfung wird von Dienstleistungen dominiert. Der jahrzehntelange Rückgang des Industrieanteils konnte zuletzt aber gestoppt werden. Mit einer Gebietsreform wurden 2015 die Regionen neu geordnet. Zusammenlegungen haben sie im Durchschnitt größer gemacht, ohne dass sich die Aufgabenverteilung zwischen den Ebenen verändert hat.

Das Wirtschaftswachstum war in den letzten Jahren auf moderatem Niveau stabil. „Die Wachstumsrate des BIP steigt aktuell weiter langsam, aber kontinuierlich an. Die Zahl der geschaffenen Stellen hat Anfang 2017 im Vergleich zum Vorjahresstand deutlich zugelegt, die private Industrie investiert. Wenn hier also anknüpfend die richtigen Signale gesetzt werden, und dafür sind die Bedingungen nach den Parlamentswahlen gut, könnte das den sanften Schwung deutlich verstärken“, sagt Marcus Knupp, Frankreich-Experte bei Germany Trade & Invest in Paris. Die starke wirtschaftliche Verflechtung mit dem Süden Europas hat die Dynamik in den zurückliegenden Jahren gebremst. Auf der anderen Seite profitiert Frankreich aber auch von der Erholung in Ländern wie Italien oder Spanien.

Frankreichs Außenhandel weist ein beständig hohes Defizit auf. „Es hat sich zwar in den letzten Jahren etwas verringert, dies ist aber im Wesentlichen auf die gesunkenen Preise für Energierohstoffe zurückzuführen“, so Knupp. Auch in den Branchen Automobil, Maschinen oder Elektronik importiert Frankreich mehr als es ins Ausland verkauft. Überschüsse generiert die französische Wirtschaft in Bereichen wie der Luft- und Raumfahrtindustrie, mit Nahrungsmitteln, Medikamenten oder Kosmetika.

Quelle: GTAI  Vorschau-Foto: 1A-Phoenix/pixelio.de